Beim Überfall auf Polen folgten „Einsatzgruppen“ der Sondereinheiten des Reichssicherheitshauptamtes den Frontlinien. Sie ermordeten Intellektuelle, Angehörige des katholischen Klerus und Juden zu Tausenden.
Den von den „Einsatzgruppen“ im Osten geführten Vernichtungskrieg unterstützten verschiedene Einheiten der Wehrmacht und der Waffen-SS sowie Freiwilligenverbände aus den besetzten Gebieten. Im Rahmen dieser Kompetenzausweitung gegenüber der Wehrmacht und gedeckt durch den „Kommissar Befehl“ ermordeten die „Einsatzgruppen“ Juden, Sinti und Roma, Kriegsgefangene sowie kommunistische Funktionäre. Weit über eine halbe Million Menschen wurden Opfer der als „Sonderbehandlung“ kaschierten Massenerschießungen durch die vier den Heeresgruppen Nord, Mitte und Süd sowie dem Armee-Oberkommando 11 zugeordneten, insgesamt 3.000 Mann zählenden „Einsatzgruppen“. Das größte Massaker begingen die „Einsatzgruppen“ Ende September 1941 in der Schlucht von Babi Jar, als sie innerhalb weniger Tage fast 34.000 Juden aus Kiew ermordeten.
Die Rolle der Sondereinheiten zur Bekämpfung politischer Gegner wurden erstmals beim „Anschluss“ Österreichs 1938 und beim Einmarsch in die Tschechoslowakei 1939 eingesetzt. Für den geplanten Vernichtungskrieg im Osten stellten die Sicherheitspolizei (Sipo) und der Sicherheitsdienst (SD) spezielle „Einsatzgruppen“ auf; Ende September 1939 wurden Sipo und SD im neu gegründeten Reichssicherheitshauptamt (RSHA) zusammengefasst und bildeten dessen eigentlichen Kern. Noch vor dem Überfall auf die Sowjetunion wurde den häufig von promovierten Juristen kommandierten „Einsatzgruppen“ die Aufgabe übertragen, „in eigener Verantwortung gegenüber der Zivilbevölkerung Exekutivmaßnahmen“ zu ergreifen.

Die Besetzung Jugoslawiens durch die Wehrmacht war von massiven Grausamkeiten gegen die Zivilbevölkerung begleitet, so auch in Pancevo in der Nähe von Belgrad. Neben Serben und Ungarn lebten in Pancevo auch zahlreiche sogenannte Volksdeutsche, die den Einmarsch der Wehrmacht in die Stadt am 11. April 1941 begrüßten.
Die Planungen galten anschließend dem Überfall auf die Sowjetunion und der „Zerschlagung des Bolschewismus“. Die sowjetische Luftwaffe war bereits nach wenigen Tagen durch Zerstörung auf dem Boden nahezu vollständig ausgeschaltet worden. Im Spätsommer waren das Baltikum sowie große Teile der Ukraine und Weißrusslands besetzt, welche mit ihren riesigen landwirtschaftlichen Anbauflächen die Lebensmittelversorgung im Deutschen Reich sicherstellen sollten. In den eroberten Gebieten begann jedoch unmittelbar hinter der Front der Terror von „Einsatzgruppen“ mit der systematischen Ermordung von Juden, von kommunistischen Funktionären und von anderen als „Untermenschen“ diffamierter Bewohner der Sowjetunion. Im Laufe der Zeit erhob sich daher ein erbitterter Partisanenkrieg gegen die deutschen Besatzer.
